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Anmerkungen zum Dulcimer.Wissenswertes über den Abkömmling eines alten europäischen Volksmusikinstrumentes. |
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| Ein Dulcimer - was ist denn das? Und Zither, das klingt doch nach musikalischer Brauchtumspflege in alpenländischen Bauernstuben. Dem Ein- od. Anderen kommt bei Erwähnung dieses folkloristischen Instrumentes vielleicht noch die Filmmusik aus "Der dritte Mann" in Erinnerung, die so unverwechselbar auf einer Zither gezupft wurde. Aber das wär`s dann auch meistens schon gewesen... |
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Der Name Bordun-od. Griffbrettzither steht für ein ganzes Sammelsurium an Zithern, die als Volksmusikinstrumente über Jahrhunderte hinweg überall in Europa Verwendung fanden. Der im 17. Jahrh. lebende Musikschriftsteller M. Prätorius bezeichnete sie in seiner "Syntagma musica" abfällig als "Lumpeninstrumenta", was aber nur ihre weite Verbreitung in den einfachen Bevölkerungskreisen der damaligen Zeit belegt. |
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Ihre Wurzeln liegen im orientalischen Raum. Von dort aus hielt die Zither in Form des Psalteriums Einzug nach Europa, wo bis dahin nur einfache Blas -u. Rhythmusinstru- mente gebräuchlich waren. |
| Als kulturelles Erbe dann Jahrhunderte später von europäischen Auswanderern in Form der Griffbrettzither mit nach Nordamerika genommen, fand diese, vor allem in den bergigen Gegenden der Staaten Pennsylvanien, Kenntucky u. Virginia, eine neue Heimat. Daher auch der Name des heutigen Mountain-od.Appalachiandulcimers. |
| Regionale Abgeschiedenheit ,die traditionsbewahrende Lebenshaltung der Menschen dort u. der damit verbundenen Selbstverständlichkeit zur musikalischen Brauchtums- pflege, ließen in diesen Gefilden Althergebrachtes lange überleben u. sicherten somit auch der alten Bordunzither eine Existenz bis hinein in`s 20. Jahrhundert.. |
| Aber auch dort hätte der Wandel der Zeit die Bordunzither irgendwann in Vergessenheit geraten lassen, wäre da nicht eine junge Generation von begeisterten Instrumentalisten gewesen, die sich mit neuen spielerischen Ansätzen dieses "Relikts vergangener Musikepochen" annahmen. Diese Entwicklung vollzog sich im Verlauf der 50er u. 60er Jahre u. ließ dieses Genre der Volksmusik in den USA landesweit wieder aufleben. |
| Die Veränderungen der alten Bauformen von Griffbrettzithern geschahen dergestalt, daß nun ein schmales, erhöhtes Griffbrett über einen schlanken Instrumentenkorpus gelegt wurde, das über seine ganze Breite mit Bünden versehen war. Die Anzahl der Saiten wurde auf 3-4 Stück reduziert. Damit hatte dieser Instrumententypus seinen ausschließlichen Charakter als Borduninstrument verloren, denn jetzt konnten alle Saiten abgegriffen u. somit auch einfache Akkorde gespielt werden. Der Dulcimer behielt zwar in der Regel weiterhin seine chromatische Beschränkung, aber das spielbare Reportoire u. die musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten wurden durch diese baulichen Maßnahmen erheblich erweitert. Zunehmend entdeckte die Folkszene diese modifizierte Zither für ihre Spielleidenschaft u. betrachtete es als besondere Herausforderung, sich musikalisch darauf auszuleben. |
| So diente der Dulcimer, im Gegensatz zu seinen Ahnen, nicht mehr nur der Gesangsbegleitung, sondern fand auch als Soloinstrument u. sogar als Bestandteil von Bands Verwendung. |
| Selbst die Rolling Stones sollen in ihrem Album "Aftermath" den Dulcimer zum Einsatz gebracht haben u. Joni Mitchell in "Blue" zuzuhören, worin sie es in einigen Stücken mit dem Dulcimer mächtig grooven läßt, bereitet einen besonderen Hörgenuß. Herausragende Fingerpicker auf dem Dulcimer gibt es in Amerika zuhauf u. dort eben auch die entsprechenden Tonträger. |
| Letztlich bleibt festzustellen: Der Dulcimer ist u. bleibt in erster Linie ein Borduninstrument, das mit seinen musikalischen Beschränkungen akzeptiert sein will. In dieser Eigenschaft entfaltet er bei den tradierten Spielweisen mit Plektrum u. oft auch mit Spielstab - in der Anwendung vergleichbar mit einem Bottlenecks bei der Steelstringgitarre - oder dem Anschlagen der Saiten mittels eines dünnen Holzklöppels, seinen ganz besonderen Reiz. |
| Die harmonikalen Grundlagen des Dulcimers. | |
| Der Dulcimer unterliegt keiner Standardstimmung. Die Tonlage der eigenen Singstimme, oder eines begleidenden Musikinstrumentes, können beim Stimmen Orientierung sein. | |
| Ein Blick auf das Griffbrett zeigt uns, daß es sich hierbei um eine diatonische Tonskala handelt, also keine chrom. Halbtöne vorhanden sind. Sie wird auch Naturtonleiter genannt und bildet sich aus einer Folge von 7 Stammtönen mit 2 regelmäßigen Halbtonschritten (Dur-Tonleiter). | |
| Hatte man im abendländischen Musikgeschehen bis zum Aufkommen der Mehrstimmigkeit im Verlauf des 17. Jahrhunderts "nur" diese einfache Tonleiter zur Verfügung, so wußte man doch die harmonikalen Möglichkeite innerhalb dieses Tonsystems für veränderte musikalische Ausdrucksformen zu nutzen. | |
| Die Kirchentonarten. | |
| Sie heißen ganz einfach so, weil damals in den sakralen Räumen die Grundlagen für das musikalische Geschehen gelegt wurden. Ihre Namensgebung erfolgte in Anlehnung an die griechische Mythologie. Durch Umstimmen der Saiten auf dem Dulcimer können einige dieser Kirchentonarten nachgespielt werden. Das System dabei ist, daß der jeweilige Startton einer Tonart auf der Skala nach oben oder unten verschoben wird. | |
Das Stimmen u. Umstimmen des Dulcimers richtet sich
in erster Linie nach dem richtigen Tonverhältnis der Saiten
untereinander u. nicht nach absoluten Tonwerten. Die zu wählende
Tonhöhen für folgende Stimmanweisungen ergeben sich immer aus der
jeweiligen Saitenbeschaffenheit u. Instrumentengröße. Die 2. u.
3. Saite sind in diesen Fällen immer als unisono - bzw. im Oktavabstand
gestimmt zu betrachten.
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| Stimmschemata der Kirchentonarten. | |
| Die ionische Tonart. Sie ist die Haupttonart des Dulcimers. Vom Startton aus ergeben sich die gleichen Tonstufen wie bei unserer heute gebräuchlichen C-Dur-Tonleiter. |
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| Die dorische Tonart. |
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| Die phrygische Tonart. |
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| Die mixolydische Tonart. |
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| Die äolische Tonart. Sie ist mit der reinen Molltonleiter identisch, die ja auch keine Vorzeichen hat u. aus lauter Stammtönen besteht. |
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| Kommen wir noch zum "extra-fret". |
| Der Dulcimer wird heute meistens noch zusätzlich mit einem Halbtonschritt versehen, der nicht zur diatonischen Skala gehört, also im Grunde genommen einer kleine chro- matische Erweiterung des Griffbretts gleichkommt. Mit diesem "61/2 Bund" verfügt man nun in 2 Tonarten über die Intervalle einer Dur-Tonleiter. |
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| Läßt man sich von den Borduninstrumenten wie Drehleier u.Dudelsack musikalisch in- spirieren , so bietet sich in Anlehnung an die französischen D-Leiern z.B.die Stimmung d-d-D an, die in der amerikanischen Literatur auch als "Bagpipe Tuning" bekannt ist. Von der Tonlage her für den Dulcimer geradezu ideal spielt man hier also in D u. G. |
| Für den Wechsel in andere Modi gibt es neben dem
herkömmlichen Umstimmen auch die Möglichkeit des Kapodasters, was
natürlich immer auch mit Veränderungen von Tonart u. Grundton
einhergeht
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